Erbrechtsirrtümer: Schenkung

Schenkung im Erbrecht

Schenkung im ErbrechtVielfach hält sich der Glaube, man könne Erbstreitigkeiten nach dem Motto „Wer nichts hat, kann nichts vererben.“ aus dem Wege gehen, indem man sein Hab und Gut vor seinem Ableben verschenkt.

Dieser Glaube hat nur in engen Grenzen seine Berechtigung. Wenn jemand in den letzten Jahren vor seinem Tod allzu freigiebig ist, löst dies vielmehr häufig sogar Streitigkeiten aus!

Möchte ein Erblasser beispielsweise verhindern, dass sein Sohn einen großen Teil seines Vermögens erbt, so kann er diesen zunächst „enterben“. Dem Sohn steht dann nur der so genannte Pflichtteil zu. Der Sohn ist von der Erbschaft komplett ausgeschlossen, erhält aber dem Wert nach die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

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Es klingt zunächst plausibel, dass der Erblasser beispielsweise seine Ehefrau vor seinem Tod umfangreich beschenkt, um die Erbmasse zu verringern und den Pflichtteil entsprechend gering ausfallen zu lassen. Im Gesetz existieren jedoch Schutzvorschriften für den Pflichtteilsberechtigten.

„Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird.“,
§ 2325 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Nach dem Motto „kein Grundsatz ohne Ausnahme“ gilt jedoch: Schenkungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen, werden nicht berücksichtigt.

Innerhalb des 10-Jahres-Zeitraums mindert sich der zu berücksichtigende Wert pro Jahr um 1/10.

Eine weitere Sonderregel greift bei Schenkungen an den Ehegatten. Die Zehnjahresfrist beginnt bei Schenkungen unter Ehegatten nicht vor Auflösung der Ehe zu laufen. Faktisch mindern Schenkungen unter Ehegatten folglich den Pflichtteilsanspruch nicht.

Folglich lässt sich im Ergebnis festhalten: nur mehr als zehn Jahre vor Versterben des Erblassers vorgenommene Schenkungen, die sich nicht an den Ehegatten richten, verringern den Wert des Nachlasses.  

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